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3-Weg-Wette

Die 3-Weg-Wette im Handball: Sieg, Unentschieden oder Niederlage

Die einfachste Wette ist auch die bekannteste: wer gewinnt. Im Handball steckt in ihr eine Besonderheit, die viele vom Fußball her unterschätzen, nämlich das Unentschieden.

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So funktioniert die 3-Weg-Wette

Sie wählen einen von drei Ausgängen: 1 für einen Sieg der Heimmannschaft, X für ein Unentschieden, 2 für einen Sieg der Gäste. Gewertet wird das Ergebnis nach 60 Minuten. Die Quote zeigt, wie wahrscheinlich der Anbieter den jeweiligen Ausgang einschätzt. Teilt man 1 durch die Quote, erhält man diese Wahrscheinlichkeit, den Rechner dafür gibt es auf unserer Startseite.

Das Unentschieden im Handball

Im Fußball ist das Unentschieden ein häufiger Ausgang, im Handball ist es seltener. Bei 50 und mehr Toren pro Spiel ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Teams genau gleich viele werfen, kleiner. Die Quote auf das X liegt deshalb oft im zweistelligen Bereich.

Das heißt nicht, dass Unentschieden selten genug sind, um sie zu ignorieren. Zwischen zwei ähnlich starken Teams kommen sie regelmäßig vor, und ein Ausgleich in der letzten Minute ist im Handball keine Seltenheit, weil bis zum Schluss schnell gespielt wird.

Wann die 3-Weg-Wette wenig bringt

Bei einem klaren Favoriten ist die Quote auf den Sieg niedrig. Eine Wette darauf bringt bei Erfolg wenig, und ein Ausrutscher kostet den ganzen Einsatz. Für solche Spiele ist das Handicap der passendere Markt.

Umgekehrt passt die 3-Weg-Wette zu ausgeglichenen Spielen, in denen alle drei Ausgänge realistisch sind. Wer das Unentschieden ausschließen möchte, greift zur Doppelten Chance oder zu einer Wette ohne Remis.

Pokal und Turnier: 60 Minuten oder Weiterkommen

In K.-o.-Spielen gibt es bei Gleichstand eine Entscheidung durch Verlängerung oder Siebenmeterwerfen, je nach Wettbewerb und Runde; in Champions-League-Duellen mit Hin- und Rückspiel zählt das Gesamtergebnis. Die 3-Weg-Wette wertet trotzdem nur die reguläre Spielzeit. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, gewinnt das X, auch wenn ein Team danach weiterkommt.

Für das Weiterkommen gibt es bei den meisten Anbietern einen eigenen Markt. Dort zählen Verlängerung und Siebenmeterwerfen mit. Welcher Markt was wertet, steht in den Wettregeln. Bei Turnieren sollten Sie diesen Unterschied kennen, weil er in der K.-o.-Runde regelmäßig vorkommt.

Heimvorteil

Volle Hallen sind im Handball laut, und die Halle hat Einfluss auf das Spiel. Dass Heimteams öfter gewinnen, ist in vielen Ligen zu beobachten. Wie groß der Effekt ist, unterscheidet sich aber von Liga zu Liga und von Saison zu Saison, und die Quoten bilden ihn bereits ab. Ein Heimspiel allein ist deshalb kein Grund, auf das Heimteam zu setzen.

Typische Fehler bei der 3-Weg-Wette

Der häufigste Fehler ist, das Unentschieden aus Fußballgewohnheit zu hoch oder aus Handballgewohnheit gar nicht einzuschätzen. Beides kostet. Ein Remis ist selten, aber zwischen zwei Teams auf Augenhöhe, die in der Liga dicht beieinanderstehen, ist es ein realistischer Ausgang.

Der zweite Fehler betrifft Pokal und Turnier: Wer auf den Sieger eines K.-o.-Spiels wettet und die 3-Weg-Wette wählt, verliert, wenn es nach 60 Minuten unentschieden steht, auch wenn sein Team am Ende weiterkommt. Hier ist der Markt auf das Weiterkommen der richtige.

Der dritte betrifft die Favoriten. Eine Quote von 1,15 sieht nach einer sicheren Sache aus. Sie bedeutet aber, dass der Anbieter in ungefähr jedem achten Spiel mit einem anderen Ausgang rechnet, und dass ein Verlust den Gewinn aus mehreren erfolgreichen Wetten aufzehrt.

Die 3-Weg-Wette bei Turnieren

Bei Welt- und Europameisterschaften gibt es in der Vorrunde oft Spiele mit großem Leistungsgefälle. Die Quoten auf den Favoriten liegen dann sehr niedrig, die auf das Unentschieden extrem hoch. In solchen Spielen bringt die 3-Weg-Wette wenig. Interessanter wird sie in der Hauptrunde, wenn Teams auf Augenhöhe aufeinandertreffen und es um den Einzug ins Viertelfinale geht.

Ein Rechenbeispiel

Angenommen, für ein Bundesligaspiel stehen diese Quoten: Heimsieg 1,70, Unentschieden 9,00, Auswärtssieg 2,40. Rechnet man jede Quote in eine Wahrscheinlichkeit um, ergibt das 58,8 Prozent für den Heimsieg, 11,1 Prozent für das Unentschieden und 41,7 Prozent für den Auswärtssieg. Zusammen sind das 111,6 Prozent.

Die 11,6 Prozent über 100 sind der Aufschlag des Anbieters. Bereinigt man ihn, indem man jeden Wert durch 1,116 teilt, bleiben ungefähr 52,7, 10,0 und 37,3 Prozent. Das ist die Einschätzung, die tatsächlich in den Quoten steckt. Wer selbst glaubt, dass das Heimteam deutlich öfter als in gut der Hälfte der Fälle gewinnt, sieht in der Quote einen Wert. Wer das nicht glaubt, sieht keinen.

Der Vergleich zwischen Anbietern läuft genauso. Je kleiner die Summe über 100 Prozent, desto weniger Marge steckt im Markt. Bei den großen Spielen der Bundesliga liegen die Anbieter meist nah beieinander, bei kleineren Wettbewerben gehen die Margen weiter auseinander.

Häufige Fragen

Was ist eine 3-Weg-Wette?

Eine Wette auf einen von drei Ausgängen: Heimsieg (1), Unentschieden (X) oder Auswärtssieg (2). Gewertet wird das Ergebnis nach der regulären Spielzeit.

Gibt es im Handball oft ein Unentschieden?

Seltener als im Fußball, weil viele Tore fallen und ein einzelner Treffer weniger Gewicht hat. Die Quote auf das Unentschieden ist deshalb meist hoch.

Was gilt bei Pokal- und Turnierspielen?

Die 3-Weg-Wette wertet auch dort nur die 60 Minuten. Für das Weiterkommen nach Verlängerung oder Siebenmeterwerfen gibt es meist einen eigenen Markt.

Was ist der Unterschied zur 2-Weg-Wette?

Bei der 2-Weg-Wette gibt es kein Unentschieden als Ausgang. Bei Gleichstand wird der Einsatz zurückgezahlt oder die Verlängerung zählt mit, je nach Markt.

Wie rechne ich eine Quote in eine Wahrscheinlichkeit um?

Teilen Sie 1 durch die Quote und multiplizieren Sie mit 100. Eine Quote von 2,00 entspricht 50 Prozent, eine von 1,70 rund 58,8 Prozent.