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Regelkunde

Handball Regeln einfach erklärt: Spielzeit, Positionen und vieles mehr

Wie lange dauert ein Handballspiel, wie viele Schritte sind erlaubt, was bringt eine Zeitstrafe? Sieben gegen sieben, 60 Minuten, viele Tore: Handball ist schnell erklärt und trotzdem voller Details. Hier stehen die Regeln, die Sie für jedes Spiel kennen sollten, vom Schrittfehler bis zum Siebenmeter.

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Illustration eines Handballs auf der Linie eines blauen Spielfelds, im Hintergrund ein Tor mit orangefarbenem Netz

Die Grundidee: Handball Regeln einfach erklärt

Zwei Mannschaften mit je sieben Spielern versuchen, den Ball ins gegnerische Tor zu werfen. Gespielt wird mit der Hand, der Ball darf nicht mit dem Fuß gespielt werden, außer vom Torwart in seinem Torraum. Wer mehr Tore wirft, gewinnt. So weit sind die Handball Regeln einfach erklärt, und doch steckt in jeder dieser Aussagen eine eigene Regel: wie viele Schritte erlaubt sind, wer den Torraum betreten darf, wann gepfiffen wird.

Grundlage aller Handball Regeln sind die internationalen Hallenhandballregeln der Internationalen Handballföderation IHF. In Deutschland gibt der Deutsche Handballbund das Regelwerk auf Deutsch heraus. Die IHF passt einzelne Regeln in Abständen von einigen Jahren an, zuletzt etwa beim passiven Spiel und beim Anwurf. Wir halten die Handball Regeln auf dieser Seite einfach erklärt, ohne Paragrafen, und nennen die Stellen, an denen sich in den letzten Jahren etwas geändert hat.

Spielzeit: wie lange dauert ein Handballspiel?

Wie lange dauert ein Handballspiel? Bei Erwachsenen zweimal 30 Minuten, mit einer Halbzeitpause von in der Regel 10 Minuten. Die Uhr läuft dabei nicht durch wie im Fußball: Bei Timeouts und auf Anweisung der Schiedsrichter wird sie angehalten. Am Ende gibt es deshalb keine Nachspielzeit.

Mit allen Unterbrechungen steht ein Spiel meist knapp anderthalb Stunden auf dem Plan. Im Jugendbereich ist die Spielzeit kürzer und hängt von der Altersklasse ab. Wie lange dauert ein Handballspiel bei den Kleinsten? Das regelt die Spielordnung des jeweiligen Landesverbands.

Spielfeld und Tor

Handballfeld mit MaßenEin Handballfeld ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. Auf jeder Seite steht ein Tor von 3 Metern Breite, davor der Torraum mit 6 Metern Abstand, die gestrichelte Freiwurflinie bei 9 Metern, die 7-Meter-Linie und die Torwartgrenzlinie bei 4 Metern. In der Mitte liegt die Mittellinie mit dem Anwurfkreis.40 m20 m6 m9 m7 mMittellinieTor: 3 m breit, 2 m hochWechselraum zwischen den Markierungen

Das Spielfeld ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. Das Tor misst 3 Meter in der Breite und 2 Meter in der Höhe. Vor jedem Tor liegt der Torraum, begrenzt durch die 6-Meter-Linie. Drei Meter weiter verläuft die gestrichelte Freiwurflinie, die 9-Meter-Linie. Dazwischen steht die kurze 7-Meter-Linie für den Siebenmeter, und vier Meter vor dem Tor markiert ein kurzer Strich die Grenze, bis zu der der Torwart beim Siebenmeter herauskommen darf.

Auf der Seite mit den Bänken liegen die Wechselräume. Gewechselt wird nur über die Wechsellinie, die jeweils 4,5 Meter neben der Mittellinie markiert ist.

Mannschaft und Wechsel

Jede Mannschaft hat sieben Spieler auf dem Feld, sechs Feldspieler und einen Torwart. Im Spielbericht dürfen bis zu 16 Spieler stehen. Gewechselt wird fliegend und beliebig oft, ohne dass das Spiel unterbrochen wird. Ein Spieler muss das Feld über die Wechsellinie verlassen haben, bevor sein Ersatz es betritt. Ein Wechselfehler wird mit einer Zeitstrafe geahndet.

Seit einer Regeländerung 2016 darf eine Mannschaft den Torwart auch durch einen siebten Feldspieler ersetzen. Das sogenannte 7 gegen 6 bringt Überzahl im Angriff, lässt das eigene Tor aber leer.

Handball Positionen

Die Handball Positionen teilen sich in Angriff und Abwehr. Im Angriff spielen in der Regel drei Rückraumspieler, zwei Außen und ein Kreisläufer. Der Rückraum besteht aus dem linken und rechten Rückraumspieler und dem Rückraum Mitte, der das Spiel lenkt. Die Außen stehen an den Seitenlinien und werfen oft aus spitzem Winkel. Der Kreisläufer spielt direkt an der 6-Meter-Linie zwischen den Abwehrspielern und sorgt für Lücken.

In der Abwehr hängen die Handball Positionen vom System ab. Bei einer 6:0-Deckung stehen alle sechs Feldspieler an der eigenen Torraumlinie. Bei einer 5:1-Deckung rückt ein Spieler weiter vor, bei 3:2:1 sind es mehrere Reihen. Je offensiver eine Abwehr steht, desto mehr Ballgewinne sind möglich, desto größer sind aber auch die Räume für den Gegner.

Der Torwart ist die einzige Position mit eigenen Regeln: Im Torraum darf er den Ball mit jedem Körperteil abwehren, auch mit den Füßen.

Ball, Schritte und Prellen

Mit dem Ball in der Hand darf ein Spieler höchstens drei Schritte machen. Er darf den Ball höchstens drei Sekunden halten und ihn beliebig lange prellen. Wer den Ball nach dem Prellen festhält und dann erneut prellt, begeht einen Doppelfehler. Für jeden dieser Fehler gibt es einen Freiwurf für den Gegner.

Die Ballgröße richtet sich nach Alter und Geschlecht. Bei den Männern wird mit Größe 3 gespielt, bei den Frauen mit Größe 2, im Jugendbereich mit kleineren Bällen.

Der Torraum

Den Torraum darf nur der Torwart betreten. Feldspieler dürfen über ihm springen und werfen, solange sie vor der Linie abspringen und den Ball abgeben, bevor sie landen; wer mit dem Ball im Torraum aufkommt, verliert ihn an den Gegner. Ein Abwehrspieler, der den Torraum betritt, um einen Wurf zu verhindern, kann einen Siebenmeter verursachen.

Strafen und Karten

Handball kennt ein abgestuftes System aus Verwarnung, Zeitstrafe und Disqualifikation. Für leichte Vergehen gibt es zunächst eine gelbe Karte. Ein Spieler kann sie nur einmal sehen, eine Mannschaft insgesamt höchstens dreimal. Danach folgen Zeitstrafen.

Die Strafen im Hallenhandball nach den Regeln der IHF.
StrafeZeichenFolge
VerwarnungGelbe KarteKeine direkte Folge, nächste Stufe ist die Zeitstrafe
ZeitstrafeZwei erhobene FingerZwei Minuten Unterzahl, die dritte Zeitstrafe eines Spielers führt zur Disqualifikation
DisqualifikationRote KarteSpieler muss das Feld verlassen, Team zwei Minuten in Unterzahl
Disqualifikation mit BerichtRote und blaue KarteSchriftlicher Bericht, weitere Sperre möglich

Eine Zeitstrafe endet nicht vorzeitig, wenn die Mannschaft in Überzahl ein Tor wirft. Das unterscheidet Handball vom Eishockey und macht Unterzahlphasen so folgenreich für das Ergebnis.

Siebenmeter

Den Siebenmeter gibt es, wenn eine klare Torchance regelwidrig verhindert wird, etwa durch ein Foul oder durch einen Abwehrspieler im Torraum. Der Werfer steht hinter der 7-Meter-Linie und hat drei Sekunden nach dem Pfiff Zeit. Nur der Torwart darf sich ihm entgegenstellen, alle anderen Spieler stehen hinter der Freiwurflinie.

Beim Siebenmeter darf der Werfer die Linie nicht berühren oder überschreiten, bevor der Ball seine Hand verlassen hat. Ein Siebenmeter ist kein sicheres Tor: Gute Torhüter halten einen spürbaren Teil davon.

Passives Spiel

Eine Mannschaft darf den Ball nicht beliebig lange halten, ohne erkennbar auf ein Tor hinzuarbeiten. Sehen die Schiedsrichter das kommen, heben sie den Arm zum Vorwarnzeichen. Seit 2022 bleiben dann höchstens vier Pässe, bevor ein Torwurf folgen muss. Andernfalls geht der Ball an den Gegner.

Team-Timeout

Jede Mannschaft darf pro Spiel drei Team-Timeouts nehmen, jeweils eine Minute lang und höchstens zwei in einer Halbzeit. In den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit ist nur noch eines erlaubt. Ein Timeout darf nur die Mannschaft nehmen, die in Ballbesitz ist.

Unentschieden und Verlängerung

In der Liga endet ein Spiel bei Gleichstand unentschieden, beide Teams bekommen einen Punkt. Nach den IHF-Regeln folgt in K.-o.-Spielen eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten. Steht es danach immer noch unentschieden, gibt es eine zweite Verlängerung, und erst dann entscheidet ein Siebenmeterwerfen mit zunächst fünf Werfern pro Team. Einzelne Wettbewerbe wie der DHB-Pokal regeln in ihren Durchführungsbestimmungen teils ein direktes Siebenmeterwerfen.

Für Wetten ist diese Unterscheidung wichtig: Die meisten Märkte werten nur die 60 Minuten der regulären Spielzeit. Mehr dazu unter Wettarten.

Ein Tor direkt vom Anwurf ist erlaubt. Seit 2022 darf der Anwurf außerdem aus einer Zone rund um den Mittelpunkt ausgeführt werden, was das Spiel nach einem Gegentor noch schneller gemacht hat.

Fragen zu den Handball Regeln

Wie lange dauert ein Handballspiel?

Ein Handballspiel dauert bei Erwachsenen zweimal 30 Minuten, also 60 Minuten reine Spielzeit. Mit Halbzeitpause, Timeouts und Unterbrechungen sind es meist knapp anderthalb Stunden.

Wie lange dauert eine Halbzeit beim Handball?

Eine Halbzeit dauert bei Erwachsenen 30 Minuten. Die Pause dazwischen beträgt in der Regel 10 Minuten, bei großen Turnieren auch bis zu 15 Minuten.

Was bedeutet eine rote Karte beim Handball?

Die rote Karte ist eine Disqualifikation. Der Spieler darf für den Rest des Spiels nicht mehr mitwirken, und seine Mannschaft spielt zwei Minuten lang mit einem Spieler weniger.

Was bedeutet die blaue Karte?

Die blaue Karte zeigen die Schiedsrichter zusätzlich zur roten, wenn sie einen schriftlichen Bericht schreiben, und dann kann eine weitere Sperre über das Spiel hinaus folgen.

Wie viele Spieler hat eine Handballmannschaft?

Auf dem Feld stehen pro Team sieben Spieler, sechs Feldspieler und ein Torwart. Zum Kader eines Spiels gehören bis zu 16 Spieler, die beliebig oft wechseln dürfen.

Wie groß ist ein Handballfeld?

Ein Handballfeld ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. Das Tor ist 3 Meter breit und 2 Meter hoch.

Wie viele Schritte darf man beim Handball machen?

Mit dem Ball in der Hand sind höchstens drei Schritte erlaubt. Länger als drei Sekunden darf man den Ball nicht halten, ohne zu prellen, zu passen oder zu werfen.

Was ist eine Zeitstrafe?

Eine Zeitstrafe schließt einen Spieler für zwei Minuten aus. Seine Mannschaft spielt in dieser Zeit in Unterzahl, auch wenn zwischendurch ein Tor fällt.

Wann gibt es einen Siebenmeter?

Einen Siebenmeter gibt es, wenn eine klare Torchance regelwidrig verhindert wird. Geworfen wird von der 7-Meter-Linie, nur der Torwart darf abwehren.

Was ist passives Spiel?

Spielt eine Mannschaft erkennbar auf Zeit, heben die Schiedsrichter den Arm zum Vorwarnzeichen. Danach bleiben höchstens vier Pässe bis zum Torwurf, sonst bekommt der Gegner den Ball.

Gibt es im Handball ein Unentschieden?

In der Liga ja, ein Remis bleibt dort stehen. In K.-o.-Spielen folgt eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten, bei erneutem Gleichstand eine zweite und danach ein Siebenmeterwerfen.

Wie viele Timeouts hat ein Team?

Jede Mannschaft hat pro Spiel drei Team-Timeouts von je einer Minute, höchstens zwei davon in einer Halbzeit. In den letzten fünf Minuten ist nur noch eines erlaubt.